, Chrétien Linus

Weltmeisterschaft mit Patrick Mendelin

Als einziger Spieler in der NLB engagiert schafft Patrick Mendelin Jahr für Jahr den Cut für die wichtigen Turniere in der Nationalmannschaft. So auch dieses Jahr mit der WM in Finnland, welche durch Corona erst jetzt stattfinden kann. Basel Regio hat mit ihm vor dieser Herausforderung gesprochen.

Hallo Patrick, mit welchen Erwartungen gehst du an die WM in Finnland?

Schwierige Frage. Als Team ist die Erwartung sicherlich, uns von Spiel zu Spiel zu steigern und unser Potential abzurufen. Wir sollten alles abrufen was möglich ist, um am Ende des Turniers nicht ins «hätte», «wäre» abzudriften, sondern Stolz auf die eigene Leistung sein können. Wir wollen sagen, dass wir alles herausgeholt haben, was möglich war. Ich persönlich habe sehr viel in die WM investiert, deshalb gelten diese Erwartungen natürlich auch für mich als einzelnen Spieler. Ich will meine bestmögliche Leistung abrufen, meine Stärken einsetzen und meine Torgefährlichkeit ausspielen. Dazu zählt natürlich auch eine mannschaftsdienliche Defensivarbeit im Steuersystem.  

Wie hast du dich persönlich für die WM vorbereitet?

Ich absolviere zehn Trainingseinheiten pro Woche, meist über den Mittag und dann abends Teamtrainings oder alternativ eine regenerative Einheit. Dies ist natürlich sehr intensiv, vor allem wenn man so viel Zeit in die physische Verfassung investiert wie ich. Dies ist sicherlich immer noch der grösste Punkt für mich, um auf der internationalen Bühne mithalten zu können.

Welche Bedeutung hat diese WM für dich?

Jede Weltmeisterschaft ist natürlich speziell. Die Bedeutung realisiert man manchmal erst später, da jedes Turnier eigen ist, sich anders entwickelt. Im Vorfeld ist die Bedeutung mit der Verschiebung wegen der Corona Krise vor allem im Bezug auf die Vorbereitung speziell. Die letzten drei Jahre waren nicht einfach und für alle Nationalspieler eine grosse Herausforderung. Sich bei der vorherrschenden Unsicherheit immer neu zu motivieren ist nicht einfach. Im Vorfeld der WM eine Bedeutung zuzuteilen ist sehr schwierig, das Wichtigste ist jedoch, dass wir eine Chance haben, Weltmeister zu werden und das ist eigentlich die grösste Bedeutung. Diese Chance gilt es nun zu nutzen.

Wie schaffst du den Spagat zwischen NLB und der Weltmeisterschaft? Ist dies eine grosse Umstellung?

Wie ich den Spagat hinbekomme werde ich in den kommenden Wochen sehen (schmunzelt). Es ist sicher so, dass die Spielanlage sehr unterschiedlich ist, dies ist sicherlich hilfreich. Es ist fast ein bisschen ein anderes Spiel, daher fällt die Umstellung hoffentlich etwas leichter. Das Spiel in der Defensive ist weitgehend identisch, nur wird es wohl etwas schneller gehen, wenn die Gegner den Ball haben. Mit Ballbesitz ist es logischerweise eine andere Sache, meine Rolle ist differenzierter. Es ist mehr ein Finden in der Linie, nicht unbedingt ein Spagat zwischen NLB und Weltmeisterschaft. Was mir entgegenkommt ist neben meiner Erfahrung auf internationalen Topniveau ist auch meine Fähigkeit, wenn ich wenig Zeit und Raum habe, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Natürlich ist die Umstellung gross, durch dass sich das Spiel jedoch ganz anders entwickelt auch nicht zu extrem.

Wie erreicht ihr euer Ziel (den Weltmeistertitel)?

Es müssen sicher alle absolute Topleistungen abliefern. Wir dürfen keine einfachen Gegentore mehr erhalten, wie dies beispielsweise in den letzten Testspielen und der EFT der Fall war. Auf diesem Niveau werden schon kleinste Fehler bestraft, deshalb müssen wir auch diese ausschalten. Es wird in jedem Spiel schlechtere Phasen geben, da wird das Ziel sein, diese unbeschadet zu überstehen. Natürlich braucht es um Weltmeister zu werden auch das nötige Wettkampfglück. Ich vertraue auf unseren «Gameplan», dass wir die Möglichkeiten haben, gegen alle Teams zu gewinnen.